Fakten und Fahrplan zur Fusion im Köllertal


Im Jahr 2024 werden die vier Kirchengemeinden Güchenbach, Heusweiler, Kölln und Wahlschied-Holz zu einer Gemeinde fusionieren. Hier finden Sie alle wesentlichen Fakten, den Stand der Dinge sowie den Fahrplan der nächsten Jahre.

Vorbemerkungen

Die Gemeindegliederzahlen in den evangelischen Kirchengemeinden im Köllertal, also Güchenbach, Heusweiler, Kölln und Wahlschied-Holz sind seit Jahren rückläufig, wenn auch mit verschiedenen Geschwindigkeiten [Güchenbach 2.461, Heusweiler 2.296, Kölln 2.811 und Wahlschied-Holz 1.927]. Die Gebäudelast, die Kosten der Pfarrstellen und die Personalkosten verringern den finanziellen Spielraum erheblich. Die Presbyterien sehen keine Gestaltungsmöglichkeiten für die Kirchengemeinden mehr, wenn sie nicht zusammenarbeiten und am Ende des Weges auch zu einer Kirchengemeinde fusionieren.

Gottesdienste

Die Uhrzeiten der Gottesdienste wurden im Jahr 2015 in den Gemeinden angeglichen, jeweils 9.15 h und 10.30 h, so dass sich die Pfarrer gegenseitig vertreten können. In Monaten mit einem fünften Sonntag, was max. drei- bis viermal im Jahr vorkommt, findet reihum ein Regionalgottesdienst statt, in den alle Pfarrerinnen und Pfarrer eingebunden sind, um Präsenz zu zeigen; der Pfarrer/ die Pfarrerin vor Ort hält die Predigt.

Personalfragen

Sieht man vom Kindergartenpersonal ab, so verfügen die Kirchengemeinden nur über Mitarbeitende im Bereich Pfarramt, Kirchenmusik, hausmeisterliche Dienste, Putzdienste und Gartenpflege. Bis auf eine Person sind keine Vollzeitkräfte (39 Std./ Woche) vorhanden. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente bietet sich folgendes Bild: Güchenbach: 0,99 Vollzeitkräfte; Heusweiler 2,2 Vollzeitkräfte; Kölln: 2,14 Vollzeitkräfte und Wahlschied-Holz: 1,73 Vollzeitkräfte. Güchenbach und Kölln teilen sich in Bälde eine Verwaltungskraft.

Pfarramtlicher Dienst

Die Pfarrstellen der Kirchengemeinden Güchenbach und Heusweiler sind nur 66%-Stellen. Auch Wahlschied-Holz hat nur eine 66%-Stelle; die dortige Pfarrstelle ist aufgehoben. Heusweiler und Wahlschied-Holz sind pfarramtlich verbunden. Wahlschied, Kutzhof und seine Dörfer werden in einem Umfang von rund 33% von der Pfarrerin von Heusweiler versorgt, die auch den Vorsitz inne hat. Holz wird von dem Pfarrer von Güchenbach in einem Umfang von rund 33% versorgt. Kölln als größte Gemeinde hat noch eine volle Pfarrstelle.

Presbyterien

An den monatlichen Dienstgesprächen der Pfarrerschaft nehmen etwa einmal pro Quartal zwei bis max. drei Vertreter/innen der Presbyterien teilnehmen. Einmal im Jahr findet eine gemeinsame Sitzung aller vier Presbyterien statt.

Gebäudefragen

Die Kirchengemeinde Güchenbach hat mit ihren Gebäuden eine ideale Größe erreicht. Das Pfarrhaus erwirtschaftet Erträge, weil das Schwesternhaus vermietet wird. Über die Teilumnutzung des Gemeindehauses als Kindergarten bei gleichzeitigem Verzicht auf das Kindergartengebäude Pflugscheid wird zur Zeit nachgedacht. Das Dachgeschoss der ehemaligen ev. Schule Pflugscheid muss innen saniert und ein Fluchttreppenhaus angebaut werden. Die Kirchengemeinde Güchenbach muss gesetzlich vorgeschrieben jährlich 54.384,50 € zurücklegen, hat aber Mieteinnahmen in Höhe von 29.534,40 €.

Die Kirchengemeinde Heusweiler hat einen deutlichen Sanierungsstau beim Kindergarten und beim „Haus der Begegnung“. Das Alte Pfarrhaus ist als Schulreferat an den Kirchenkreisverband vermietet; das Presbyterium macht sich Gedanken darüber, wie es weitergehen kann.. Die Kirchengemeinde Heusweiler muss gesetzlich vorgeschrieben jährlich 56.205,26 € zurücklegen, hat aber Mieteinnahmen in Höhe von 30.926,00 €.

Die Kirchengemeinde Kölln hat das Gemeindezentrum Püttlingen an die Stadtmission veräußert. Das Gemeindehaus Walpershofen ist im Jahre 2017 hälftig an den Kirchenkreisverband An der Saar zur Einrichtung eines Zentralarchivs übergehen. Alle denkmalgeschützten Gebäudesind saniert. Die Martinskirche wird teilweise von der Stiftung „Ev. Martinskirche zu Kölln getragen. Die Kirchengemeinde Kölln muss gesetzlich vorgeschrieben jährlich 46.276,40 € zurücklegen, hat aber Mieteinnahmen in Höhe von 13.407,14 €.

Die Kirchengemeinde Wahlschied-Holz verfügt lediglich noch über die beiden historischen Kirchen in Holz und in Wahlschied sowie das Martin-Luther-Haus in Holz. Die Kirche in Göttelborn, das Pfarrhaus in Wahlschied und der Kindergarten in Wahlschied wurden verkauft. Das Martin-Luther-Haus hat einen Sanierungsstau im zweiten Gebäudeabschnitt; die Gemeinde ist mit der Zivilgemeinde im Gespräch über die Einrichtung eines Dorfgemeinschaftshauses. Die Kirchengemeinde Wahlschied-Holz muss gesetzlich vorgeschrieben jährlich 34.749,15 € zurücklegen, hat aber Mieteinnahmen in Höhe von 8.960,00 €.

Öffentlichkeitsarbeit

Die vier Kirchengemeinden haben seit 2015 eine gemeinsame Homepage im Verbund der Kirchenkreise unter dem Titel „Evangelisch im Köllertal“. Die vier Kirchengemeinden haben seit 2014 einen gemeinsamen Gemeindebrief gleichen Namens. Die hohe Auflage erlaubt einen Vierfarbendruck und einen Buchsatz für wenig Geld.

Fahrplan zur Fusion

Den vier Gemeinden ist Ende 2017 im Rahmen einer Gemeindeversammlung bekannt gemacht worden, dass die Presbyterien die Fusion der vier Gemeinden zum 1. Januar 2024 anstreben. Nach den bisher getanen Aufgaben müssen folgende Bereiche geregelt bzw. in den Blick genommen werden.

v  Das Köllertal hat in den letzten zehn Jahren 1.373 Gemeindeglieder, im Schnitt 125 pro Jahr, verloren. Die Gewichtung ist verschieden: Güchenbach 429 Gemeindeglieder, Kölln 178 Gemeindeglieder, Heusweiler 286 Gemeindeglieder und Wahlschied-Holz 391 Gemeindeglieder. Die Entwicklung wird sich nicht umkehren.

v  Die Grenzen der künftigen Gemeinde sollen den Kommunalgrenzen von Heusweiler, Püttlingen und Riegelsberg entsprechen. Mit den Nachbargemeinden muss über einen Wechsel von Ortsteilen gesprochen werden, die außerhalb dieser Kommunalgrenzen liegen: Also für Güchenbach: Heinrichshaus 2 Pers., in Jungfleischhütte 2 Pers., in Kirschheck 12 Pers. und in Neuhaus 3 Pers. In Von der Heydt, „Am Forsthaus“ und „Am Neuhaus“ sind z.Zt. keine Personen gemeldet. Für Heusweiler in Reisbach 133 Pers. und Saarwellingen 6 Pers. Für Kölln in Ritterstraße 286 Pers. und für Wahlschied-Holz in Göttelborn 284 Pers. Wer in der neuen Gemeinde Köllertal bleiben will, muss nur einen Antrag auf Gemeindezugehörigkeit in besonderen Fällen stellen, und dann steht der Zugehörigkeit nichts im Wege. Für die Zukunft wären aber die Weichen gestellt.

v  Die Zahl der Gottesdienste im Köllertal muss sich nach den vorhandenen Kräften richten. Auf Hilfe von außen kann angesichts der zurückgehenden Zahl der Pfarrstelleninhaber nicht spekuliert werden. Berücksichtigt werden muss, dass jede Pfarrerin und jeder Pfarrer einmal im Monat ein freies Wochenende haben sollte. Auch drängt die Kirchenleitung auf verbindliche Übereinkünfte zwischen Pfarrerschaft und Presbyterium, um die Arbeitszeit auf das von der EU erlaubte Höchstmaß von 48 Wochenstunden zu drücken. Die Veränderung der Gottesdienstanzahl bedeutet auch für die Feiertage, dass das Angebot in den Gemeinden wohl austariert sein muss, um möglichst ein vielgestaltiges und dem Kirchenjahr entsprechendes Gottesdienstprogramm zu gewährleisten. Es muss aber als Grundsatz gelten, dass nicht alle alles anbieten können und müssen.

v  Alle vier Kirchengemeinden haben ein einjähriges KU-Modell eingeführt, dass um ein bis zwei Freizeiten ergänzt wird. Die aufgrund der Geburtsjahre vorliegenden voraussichtlichen Konfirmandenzahlen sagen, dass bis 2028 von über hundert Kindern pro Jahrgang auszugehen sind. Die Organisation des Unterrichts braucht noch viele Überlegungen.

v  In den sechs Altenheimen wohnen insgesamt (Stand 31. Juli 2017) 103 Gemeindeglieder. Zur Zeit werden monatlich bzw. quartalsweise Gottesdienste angeboten. Dieses Angebot darf nicht unter den Entwicklungen leiden. Die Anzahl der alten Menschen in der Gesamtgemeinde ist jedoch so erheblich, dass ein Besuch bei allen nicht gewährleistet werden kann. Besuchsdienste sind nicht flächendeckend eingeführt und möglich. Auch hier muss nachgedacht werden.

Die Presbyterien wünschen sich, dass der Kreissynodalvorstand nur für die kurze Spanne zwischen dem 1. Januar 2024 und der Presbyterwahl im Februar 2024 einen Bevollmächtigtenausschuss einsetzen muss und dass die Hausaufgaben so erledigt werden, dass ein reibungsloser Übergang möglich sein wird.

Was ist das Ziel?

Die Presbyterien sind überzeugt, dass sie mit dem Weg der Fusion den Kirchengemeinden eine Perspektive geben, um die Krise zu verhindern, in die die kleinen Kirchengemeinde durch den demografischen Wandeln treiben werden. Um Zukunft zu gestalten, muss unter Umständen manches Liebgewordene aufgegeben werden, aber dadurch werden Kräfte frei, neue Wege zu gehen, die unserer Welt entsprechen. Krisen sind grundsätzlich nicht schlecht: sie fordern heraus, lassen einen nachdenken, zeigen neue Wege. Nur landläufig versteht man unter „Krisen“ sofort „Untergang“. Den hätten wir uns eingehandelt, wenn wir nicht zusammenstehen würden.





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