Neue Wandmalereien in der Martinskirche entdeckt


„Es begann alles mit einem Heiligenschein, der aus dem Schutt schaute“, schrieb Walter Faasin der SZ, und weiter: „Ein kunsthistorisch sensationeller Fund [...], eine Wandmalerei wurde entdeckt, die vermutlich die heilige Familie zeigt, und die älter ist als die 1956 entdeckten Bilder.“

Den Heiligenschein im Bauschutt aus Jahrhunderten fand der Tholeyer Restaurator Niko Leiß über dem heutigen Gewölbe der Martinskirche. Eigentlich wollte er nur Balken in der anerkannt „schönsten Dorfkirche des Saarlandes“ untersuchen, die 2016 den Landesdenkmalpreis des Saarlandes erhalten hatte. Weil aber der Restaurator ein guter Beobachter ist, machte er sich während seiner Untersuchungen Gedanken über die Gewölbetrichter – also die Vertiefungen, die sich auf der Rückseite des Deckengewölbes durch die Gewölbeform ergeben. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich in diesen Gewölbetrichtern ein großes Allerlei angesammelt. Vorsichtig wurde der Trichter nun weiter gesäubert, und heraus kam eine Wandmalerei, die vermutlich „Die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten“ zeigt, erstaunlich frisch in ihren Farben, die die lange Zeit im Bauschutt gut überstanden haben. Zum vermutlichen Weihnachtszyklus mit Maria und Josef und einer Figur mit Judenhut entdeckt Restaurator Leiß zudem einen ebenso gut erhaltenen Zinnenfries mit ausgemalten Pflanzenteilen. Dieser Fries war allerdings ein Puzzle mit Tausenden von Teilen, die Leiß mühevoll zusammensetze. Auf eine entsprechende Schicht aufgebracht, wird das gotische Puzzlespiel im Gemeindehaus Köllerbach ausgestellt werden. Die Kosten finanzieren der Rotary Club Völklingen und eine Spende aus der Auflösung der Künstlerinitiative Köllertal.

2023 feiert die Martinskirche die 800 Jahr-Feier ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1223; bis dahin soll auch ein Buch erarbeitet werden.





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